Abt v. Muri-Gries, Benno Malfèr OSB

"Zwar lesen wir, Wein passe überhaupt nicht für Mönche, weil aber die Mönche heutzutage sich davon nicht überzeugen lassen, .... meinen wir, dass für jedem täglich eine Hemina Wein genügt." (Aus der Mönchsregel des Hl. Benedikt von Nursia,480-545)

 Benno Malfèr, seit 1991 Abt des Benediktinerklosters MURI-GRIES

Der Wein und der richtige Umgang damit waren bereits vor 1.500 Jahren für Benedikt von Nursia, den Gründer von Monte Cassino, ein aktuelles Thema. Das ist bis heute so geblieben:
Wein und Klöster sind seit jeher eng miteinander verbunden. Da ist zum einen die religiös-liturgische Bedeutung des Weines. Bereits die Bibel ist voll von Bezügen zum Rebensaft. So wird im Psalm 104 der Schöpfung gelobt für das, was er Gutes wachsen lässt, auch für "den Wein, der das Herz des Menschen erfreut." Wein ist seit jeher Bestandteil der jüdisch-christlichen Kultur und Tradition. Für den christlichen Gottesdienst braucht es Messwein.

Der Wein gehört mit seiner stärkenden und heilenden Wirkung - und in richtigen Maßen genossen - seit  alters her als selbstverständliches Getränk zu unserer Lebensart. Nicht umsonst haben die Klöster in Mittel- und Südeuropa erheblichen Anteil an der Verbreitung des europäischen Weinbaus.

Das Kloster Muri-Gries steht seit seiner Gründung in dieser Tradition. Wir fühlen uns verpflichtet, die Weingüter, die dem Kloster seit Jahrhunderten anvertraut sind, so sorgfältig als möglich zu bewirtschaften. Die Klosterkellerei Muri-Gries setzt auf die Möglichkeiten einer überschaubaren Eigenproduktion: vom eigenen Weinberg in den historischen Klosterkeller, vom Fass in die Flasche, ist oberstes Ziel.

Es freut uns, dass unsere Weine heute große Wertschätzung genießen. Das ist für die Klosterkellerei aber auch Auftrag und Verpflichtung. Es gilt, eine Jahrhunderte alte Tradition mit viel Einsatz, Augenmass und Begeisterung fortzusetzen.

Önologe und Betriebsleiter Werth Christian,

Jahrgang 1961, ist seit 1988 mit Leib und Seele Önologe in der Klosterkellerei. Für ihn ist seine Arbeit gleichzeitig Hobby und Passion. Die Klostergemeinschaft steht aufgeschlossen hinter seinem engagierten Weg zwischen Tradition und Innovation. "Jeder Jahrgang ist für mich eine neue, große Herausforderung", freut sich Christian Werth, "Das schönste und aufregendste Erlebnis im Jahreskreis ist für den Kellermeister immer wieder das Kosten und der erste Schluck des neuen, jungen Weines. Es ist so faszinierend, was die Natur jedes Jahr an überzeugender Qualität und an neuen Überraschungen hervorbringt."

Walter Bernard,

Jahrgang 1970 ist seit  1990 verantwortlich für den Weinbau im Kloster. Jede einzelne Wachstumsphase in der Natur wird aufmerksam beobachtet und mitverfolgt: vom ersten Austrieb bis zur Reife. "Wie kann ich im Weinberg die idealen Voraussetzungen für die Rebe und ihre Umgebung schaffen?" Vor dieser Herausforderung steht Walter Bernard täglich neu: "Wir versuchen die Rebe so zu erziehen wie ein Kind: sie zu verstehen, zu sehen was sie braucht und ihr das dann auch zu geben. Wir versuchen, mit ihr so umzugehen, dass sie bei der Ernte die besten Traubenqualitäten liefert."

 

 

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